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Leitgedanken

Sucht ist ein Phänomen mit vielfältigen Ursachen. Jedes individuelle Suchtverhalten hat seine eigene Geschichte, in der individuelle und gesellschaftliche Faktoren und die jeweils konsumierten Substanzen eine Rolle spielen.

Sucht ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen und Suchtprävention deshalb eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Um der Entwicklung und Aufrechterhaltung von Missbrauchs- und Suchtverhalten entgegenzuwirken, ist es nötig, suchtfördernde Faktoren zu verringern und gleichzeitig individuelle und gesellschaftliche Ressourcen im Sinne der Gesundheitsförderung zu mobilisieren.

Darum verstehen die Mitarbeiter/innen der Fachstellen in Hessen Suchtprävention als Teil einer Gesundheitsförderung im Sinne der Förderung des körperlichen, geistigen und seelischen Wohlbefindens. Dies entspricht dem Verständnis von Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Im Sinne der Primärprävention setzt unsere Arbeit bereits frühzeitig an und hat die Stärkung von Lebenskompetenzen, die Schärfung der Wahrnehmung, Widerstandsfähigkeit, Frustrationstoleranz, Selbstbehauptung und den Umgang mit Gefühlen zum Ziel.

Primärprävention meint Maßnahmen und Interventionen, die vor dem Auftreten irgendwelcher Symptome und Auffälligkeiten verhütend und vorbeugend ansetzen. Suchtprävention ist ein gemeinsamer, gesamtgesellschaftlicher Prozess, den wir anregen und begleiten wollen.

Selbsverständnis der Prävention in Hessen

Wie und unter welchen Bedingungen ist Suchtprävention wirksam?

Als bedeutende protektive Faktoren, die Schutz vor Missbrauchs oder Suchtverhalten bieten können, sind nach aktuellem Kenntnisstand zu betrachten:

Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeitsgefühl, adäquate Kommunikationsfähigkeit, Handlungskompetenzen, die Fähigkeit zum kompetenten Umgang mit Stresssituationen und Konflikten, Eigenaktivität und Verantwortung, realistische Selbsteinschätzung der eigenen Fähigkeiten, gute soziokulturelle Bedingungen, ein positives Familienklima und verständnisvolle Bezugspersonen, gute Einbindung in soziale Netze.

Die Expertisen kommen zu dem Ergebnis, dass Suchtprävention unter folgenden Voraussetzungen wirksam ist:

  • Förderung von Lebenskompetenzen statt Abschreckung
  • Kinder und Jugendliche nicht erst, wenn sie gefährdet sind, sondern frühzeitig ansprechen
  • Langfristige kontinuierliche Programme statt kurzfristiger einmaliger Aktionen

Präventionsansätze sollten, um wirksam zu sein:

  • Ganzheitlich ausgerichtet und ursachenorientiert sein
  • Adressatenbezogen sein (zielgruppen-, alters- und geschlechtsspezifisch)
  • Langfristig angelegt sein und prozessorientiert vorgehen
  • Sowohl kommunikative als auch strukturelle Maßnahmen umfassen
  • Sowohl Suchtmittel unspezifische als auch Suchtmittel spezifische Elemente enthalten

Suchtprävention als Teilbereich der Gesundheitsförderung erfordert eine ganzheitliche Vorgehensweise, die sowohl die individuelle Person als auch deren Lebensbedingungen im Blickfeld hat. Suchtprävention hat also die Aufgabe auf die Förderung und Stärkung der einzelnen Person und auf die Verbesserung individueller und gesamtgesellschaftlicher Lebensbedingungen einzuwirken, indem sie suchtfördernde Faktoren aufzeigt und auf deren Veränderung hinwirkt.

Suchtpräventive Maßnahmen sollten deshalb auf mehreren Ebenen angesiedelt sein und folgende Bereiche umfassen:

Personalkommunikative Maßnahmen: Arbeit mit unmittelbaren Zielgruppen und mit Multiplikatoren.

Massenkommunikative Maßnahmen: Kampagnen in Printmedien oder audiovisuellen Medien (TV, Kino), Plakate, Broschüren.

Strukturelle und politische Maßnahmen: Rahmenbedingungen für die Arbeit der Suchtprävention entwickeln und sichern und auf Bedingungen und Strukturen einzuwirken, die ein gesundes Leben fördern und ermöglichen.

 
 
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